Tropische Vielfalt auf St. Lucia
St. Lucia gehört zu den kleinen Antillen, einer Inselgruppe in der Karibik. Wer als Besucher hier ankommt, hat das Gefühl, die Zeit würde langsamer vergehen als anderswo. Und sie hat ihren ganz eigenen Sound - überall wo man hinkommt zischt, zirpt, zwitschert, summt oder surrt es. Die einzigartige Natur ist das eigentliche Wunder von St. Lucia. Wo sonst kann man Haubenkolibris beim Eintauchen in Hibiskusblüten beobachten oder gemeinsam mit seltenen Schildkröten im Meer schwimmen gehen. Typisch für diese Karibikinsel sind ebenso zahlreiche Reptilien und Eidechsen sowie winzige Frösche. In freier Wildbahn wird man eine einheimische Boa constrictor zwar nur schwer vor die Linse des eigenen Fotoapparates bekommen, dafür ziehen die Fregattvögel am Himmel fast ständig ihre typischen Kreise. Abgesehen von traumhaften Stränden und wunderschöner Natur hat St. Lucia nahezu alles zu bieten, was das Herz begehrt. Für Partybegeisterte gibt es jeden Freitag Straßen-Partys mit viel Musik und Tanz sowie frisch gegrilltem Fisch. Wer sich nach Anse La Raye zum "Fish Fry" oder nach Gros Islet zum "Jump Up" aufmacht, sollte sich jedoch um einen guten Fahrer bemühen, denn die kurvenreiche Streck entlang der Klippen hat es durchaus in sich. Wer mit einem geliehenen Mountainbike die engen Kurven und steilen Abfahrten hinunterjagt, wird schnell wissen wovon die Rede ist.

Die beiden höchsten Erhebungen St. Lucias, den Petit Piton und den Grande Piton sieht man fast von jedem Punkt auf der gesamten Insel. Der kleinere der beiden Gipfel ist eigentlich der imposantere, er sieht beinahe aus wie das Matterhorn, nur in klein und ohne viel Schnee. Am Fuße der Berggipfel liegt Soufrière. Soufrière ist eine ungeschminkt bunte Hafenstadt und war unter der Herrschaft der Franzosen sogar Hauptstadt von St. Lucia. Inmitten der grell-bunten Häuser und Hütten brodelt das karibische Leben. In den Straßen von Soufrière trifft man Dominospieler, fliegende Händler - es wird gekocht, gegessen, aber auch gebettelt. In einer der vielen Bars und Restaurants sollten Besucher unbedingt einmal "mahi mahi" probieren. Das leckere einheimische Gericht wird aus frisch gefangenem Delphinfisch, einer Makrelenart, zubereitet. In der Umgebung des Ortes befinden sich einige der exklusivsten Hotelanlagen der gesamten Karibik, wie das "Jade Mountain" oder das "Ladera" mitten im Regenwald oberhalb der beiden Pitons. Nicht nur Hollywood-Stars verbringen hier gern ihre Flitterwochen. Aber selbst mit relativ begrenztem Budget kann man in einem der kleineren Hotels der Stadt entspannt unterkommen und in einer der zahlreichen Bars oder auf einer Terrasse sitzen und den Blick auf die beiden Piton-Gipfel genießen.
Engländer und Franzosen kämpften lange um St. Lucia bis die Insel seit 1832 englisch blieb. Ein paar britische Einflüsse spürt man bis heute, wie z.B. den Linksverkehr oder die englischen Entfernungsangaben. Allerdings hat die britische Herrschaft auch ihre Nachteile. Anders als auf der französischen Nachbarinsel Martinique gibt es kaum finanzielle Unterstützung aus London. Die Bildungschancen sind ebenso schlecht wie die soziale Absicherung der Einwohner. St. Lucia lebt hauptsächlich von Bananen, Zucker und vom Tourismus. Das touristische Zentrum der Insel ist Rodney Bay im Norden. Die zahlreichen Hotels im Hacienda-Stil könnten wahrscheinlich genauso in Florida stehen, die Mischung aus Tadoori- und Rex-Mex-Restaurants zusammen mit Bars und einem Feng Shui Spa sind dann allerdings wohl doch einzigartig. St. Lucia gilt nicht unbedingt als Billigurlaubsland. All-Inklusive-Ressorts für Pauschalurlauber wird man hier wohl vergeblich suchen. Dafür hat die Insel atemberaubende Natur zu bieten - und zwar zum absoluten Nulltarif. Inmitten des Dschungels gibt es zum Beispiel idyllische von Orchideen umrahmte Wasserfälle, wie Enbas Saut. Ein Bad in derart entspannter Regenwald-Atmosphäre wird jeden Gedanken an Wellness oder Spa sofort vergessen lassen.

St. Lucia besucht man am besten zwischen November und April. Von Europa aus bieten mehrere Fluggesellschaften Direktflüge an, so zum Beispiel Condor, British Airways oder Air France. Die Unterkunftsmöglichkeiten auf der Insel reichen von charmantem Strandhotel bis zur absoluten Luxusanlage für Lottogewinner oder Frischverheiratete. Ein besonderes Ausflugs-Highlight der Insel nicht nur für Kreuzfahrttouristen auf Zwischenstopp ist ein Drive-In-Vulkan. Das beliebte Restaurant befindet sich tatsächlich in einem Vulkan und kann mit dem Auto befahren werden.