Karibikurlaub auf der Insel Dominica

Den typischen Karibikstrand wird man auf Dominica zwar lange suchen, dafür kann man einen wunderbaren Urlaub nahezu allein inmitten unberührter Natur verbringen. Dominica liegt zwischen zwei französischen Inseln, Guadeloupe im Norden und Martinique im Süden. Die Insel ist etwa fünfzig Kilometer lang und zwanzig Kilometer breit. Anders als die benachbarten Karibikinseln ist Dominica etwas buckliger und nahezu durchgängig von einem überwältigenden Grün überzogen. Columbus entdeckte die Insel 1493 quasi im Vorbeisegeln an einem Sonntag und nannte sie deshalb Dominica. Die Einwohner von Dominica waren seit jeher karibisch. Ab 1627 beanspruchte England das karibische Inselidyll immer wieder bis es schließlich 1805 britische Kolonie wurde. Die Ureinwohner des Inselstaates wehrten sich jedoch heftig gegen alle Kolonialisierungsversuche sowohl der Engländer als auch der Franzosen. 1865 wurde der Kolonialstatus urkundlich besiegelt. Seit dem Jahre 1978 ist Dominica wieder unabhängig.
Die Anreise nach Dominica erfolgt normalerweise mit Air-France über Paris nach Point-à-Pitre (Guadeloupe) nach Fort-de-France(Martinique). Dann geht es weiter mit der Schnellfähre. Diese benötigt für die rund 50 Kilometer rund zweieinhalb Stunden. Dominica ist vom Massentourismus bislang noch verschont geblieben. Deshalb kann man hier auch noch eine erstaunliche Vegetationsdichte der Natur nahezu ungestört bewundern. Die Berge der Insel sind immer in einen leichten tropischen Nebel gehüllt. Überall ist Wasser: Es fließt in kleinen Schluchten von den Bergen hinab durch einen dichten Dschungel bis zum Meer. Ab und an regnet es aus heiterem Himmel für wenige Minuten stark und heftig. Anschließend scheint die Sonne über dem dampfenden Dschungel, als wäre nichts gewesen. Hier wachsen Grapefruit, Papaya, Orangen, Kakao und Zuckerrohr einträchtig nebeneinander. Riesige Farne und Bäume mit herabhängenden Lianen wachsen in den Himmel. Kolibris kann man auf Dominica ebenso beobachten wie die vielen verschiedenen Papageien-Arten. Der Papagei ist nicht ohne Zufall auch das Wappentier von Dominica geworden. Säugetiere trifft man dagegen eher selten auf der Insel an, ein paar Beutelratten gibt es hier und Schlangen. Allerdings sind diese allesamt ungiftig, wenn man etwas Glück hat, kann man bei einer Bootstour im Landesinneren möglicherweise sogar ein Exemplar der berüchtigten Würgeschlange Boa constrictor bestaunen.

Einen weißen karibischen Traumstrand wird man hier auf Dominica eher nicht finden, in der Regel endet der Urwald direkt am Meer und es gibt nur eine kleine Uferzone. Ideal für Taucher, aber eher nichts für den typischen Strandurlauber. Wanderungen zu den Wasserfällen und Schwefelquellen oder eine Autotour über die schmalen Gebirgsstraßen zum “kochenden” See, dem Boiling Lake sind hier eher angesagt. Das Land ist noch etwas rückständig was die Ausrichtung auf den Massentourismus betrifft. Das zeigt sich vor allem an den fehlenden Beach-Resorts oder riesigen All-Inclusive-Hotels. Die hiesigen Unterkünfte sind eher klein und fein. Man findet verträumte Hotels über die ganze Insel verstreut, meist von netten Menschen betrieben, die einfach irgendwann auf einer Reise hier geblieben sind. Auf Dominica dient der Tourismus nur eingeschränkt als Einnahmequelle, hauptsächlich wird Bananenexport betrieben. Genau wie die karibischen Nachbarstaaten Antigua und Barbuda, Grenada, St.Lucia und St. Vincent gehört Dominica zu den ärmeren Ländern, die auf finanzielle Zuwendungen von anderen angewiesen sind. Großen Luxus wird man auf diesem Karibikidyll nicht finden, dafür können Wanderer tagelang den Regenwald auf ihren Touren erkunden und dabei frisches Felsquellwasser trinken. Wer jedoch genau diese Abgeschiedenheit und Unberührtheit sucht, wird auf Dominica einen absoluten Traumurlaub verbringen können.