São Tomé und Príncipe - unberührtes Paradies und Geheimtipp
São Tomé und Príncipe sind zwei kleine, unbekannte Inseln gelegen im Golf von Guinea vor der Westküste Afrikas. 212.000 Einwohner leben auf den westafrikanischen Märcheninseln, die meisten davon auf der grünen Vulkaninsel São Tomé. Beide Inseln umfassen im Verbund eine Fläche von nur knapp 1.000 Quadratkilometern, etwa die Fläche Berlins – nur die Seychellen sind in Afrika noch kleiner. Die Hälfte der Einwohner von São Tomé sind Kinder unter 15 Jahren. Die Lebensart der São Tomésen nennt sich „Léve-léve“, eine Mischung aus Gemütlichkeit und Behäbigkeit, die ansteckend ist. Die Taxifahrer in der Hauptstadt São Tomé bewegen ihre Fahrzeuge zum Beispiel an machen Tagen keinen einzigen Meter und niemanden stört es. Warten gehört hier einfach dazu. Für Besucher der Insel sind Mietwagen und genau diese gelben Sammeltaxis jedoch das beste Fortbewegungsmittel.

Das Herzstück von São Tomé ist der tropische Obô-Nationalpark im südlichen Teil der Insel. Hier befindet sich ein kleines Gebirge, welches von tropischem, nahezu unberührtem Regenwald überzogen wird. Inmitten dieses Gebirges reckt sich der Pico de São Tomé empor, mit 2024 Metern Höhe die höchste Erhebung der Insel. Auf São Tomé gibt es 25 Vogelarten, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Entsprechend einzigartig ist es, wenn man im Nationalpark einmal kurz innehält und nur noch auf den feinen Gesang der verschiedenen tropischen Vögel hört. Oder man beobachtet orangerote Krebse, wie sie unbehelligt über Vulkangestein trippeln. Das milde Klima auf São Tomé hat eine vielfältige, tropische Flora mit mehr als 130 Pflanzenarten, darunter 35 seltene Orchideensorten, hervorgebracht. Im Prinzip besteht São Tomé hauptsächlich aus Regendwald, der vom Meer mit idyllischen Buchten und Traumstränden umrandet wird. In den blauen Lagunen schwimmen allerdings eher seltene Meeresschildkröten als viele Menschen.
Auf Príncipe ist die Landschaft mindestens genauso spektakulär wie auf São Tomé. Bewaldete Vulkane mit scharfen Kanten reichen bis an Meer heran. In den zahllosen abgeschiedenen Buchten findet man einsame Traumstrände en masse. Das "Bom Bom Island Resort" an der Nordspitze der Insel ist umgeben von Palmen, Sand und türkisblauem Meer. Am anderen Ende von Príncipe auf der vorgelagerten Insel Rolas befindet sich das "Pestana Equador" Resort mit hübschen Bungalows und einem idyllischen Pool. Viele Gäste wird man in beiden Hotelanlagen nicht antreffen.

1471 wurde São Tomé und kurz darauf die 135 km entfernte Nachbarinsel Príncipe von einem portugiesischen Seefahrer entdeckt. Zunächst dienten die Inseln als Umschlagplatz für den Sklavenhandel, später wurde Zuckerrohr, Kaffee und schließlich Kakao angebaut. An diese Zeiten erinnern noch die vielen alten kolonialen portugiesischen Kakaoplantagenhäuser und "Rocas“, überall auf São Tomé und Príncipe zu finden sind. Einst war São Tomé der größte Kakaoproduzent weltweit, seit der Unabhängigkeit von Portugal ist das Land jedoch sehr verarmt. Obwohl dem Land die Auslandsschulden erlassen wurden und im Golf von Guinea vor São Tomé riesige Ölvorräte wie ein ungehobener Schatz im Meer lagern, kommt das Land irgendwie nicht aus der Armut heraus. Die Landessprache ist nach wie vor Portugiesisch, ansonsten kommt man mit Französisch besser zurecht als mit Englisch.
Anzeichen von Massentourismus sucht man auf São Tomé und Príncipe vergebens. Es gibt keine aktuellen deutschsprachigen Reiseführer und europäische Handys funktionieren auf der Insel auch nicht richtig. Lediglich mit einheimischen Telefonkarten für Handys kommt man weiter. Es gibt zwar ein paar spärlich über die Insel gestreute Resorts, aber dennoch kaum Touristen. Nur 6000 Urlauber kommen jährlich auf die Insel. Die beste Reisezeit ist während der Trockenzeiten (Juni bis September sowie im Januar und Februar), da dann das Klima am angenehmsten ist. Für Besucher des Inselarchipels ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben sowie vor der Anreise ein Besuch beim Tropenarzt zur Malariaprophylaxe empfehlenswert.